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Exkursion in die Vergangenheit

 

Heimatstubenteam organisierte Tour nach Grötsch, Horno und Grießen

Durch mehrere Epochen der menschlichen Geschichte in unserer Region führte eine vom Team der Heimatstube organisierte Exkursion am 14. August. Um 09.15 Uhr trafen sich 23 Interessierte an der Heimatstube, von wo aus es nach einer kurzen Einführung mit den Autos zunächst nach Grötsch ging. Am Aussichtspunkt von Vattenfall Mining (der früheren Laubag) konnten die Teilnehmer einen Eindruck von der großtechnischen Braunkohlegewinnung gewinnen, was durch die interessanten Erläuterungen von Herrn Stelmazyk und Frau Melisch unterstützt wurde. Gleichzeitig konnte man (wenn überhaupt) erahnen, welche weitreichenden Konsequenzen für die Natur und das Klima derart tiefgehende Eingriffe in die Landschaft haben müssen.
Weiter ging es in das Tagebauvorfeld, das sich jetzt bereits auf die Ortslage des Dorfes Horno erstreckt. Hier sind die Archäologen emsig am Werk; sollen sie doch mit dem Tagebau im Nacken möglichst viele der älteren und jüngeren Zeugnisse menschlicher Geschichte bergen und sichern. Davon gibt es viele, angefangen von alten und uralten Gebäudefundamenten (die manchmal auch nur in den Boden gerammte Holzpfähle sind) über Tongefäße bzw. -scherben, Pfeilspitzen aus Bronze bis hin zu in grauer Vorzeit befestigten Wasserstellen. Vieles davon erschließt sich nur dem geschulten Auge; der Laie würde oft wohl achtlos an den Fundstellen vorübergehen. Der Fachmann aber kann aus all dem doch sehr gut die Entwicklung ablesen, wie uns die den dortigen Ausgrabungsabschnitt leitende Archäologin Claudia Melisch (den Kölzigern sicher besser unter Ihrem Mädchennamen Popig bekannt) an vielen Beispielen verdeutlichen konnte.
Schon voll von all diesen Eindrücken ging es weiter nach Grießen. Hier konnten wir mit dem Wasserkraftwerk sowohl ein Zeugnis der Industriegeschichte als auch ein Beispiel für eine alternative, die Umwelt schonende Energiegewinnung besichtigen. Die Ausführungen von Herrn Weber gaben uns einen Einblick in das wechselvolle Schicksal der Anlage. Vom Turm des auch architektonisch ansprechenden Gebäudes hatte man zudem einen herrlichen Überblick über das Neißetal.

Nachdem wir uns im Biergarten des Wasserwerkes gestärkt hatten, ging es zur letzten Station der Exkursion, der Grießener Kirche. In der Ortsmitte gelegen fällt sie jedem, der von Forst nach Guben (oder in die entgegengesetzte Richtung) fährt, sofort auf. Ganz aus Feldsteinen erbaut und mit einem hölzernen Turmaufsatz versehen hat sie in der Region Seltenheitswert. Dieser wird noch gesteigert durch die Tatsache, daß sie - ähnlich wie die Preschener Kirche - im Laufe der Zeit nur wenige bauliche Veränderungen erfahren hat. Das genaue Alter der Kirche ist nur schwer zu schätzen, da sie als »Außenstelle« eines Pfarrsitzes nicht in der Meißener Bistumsmatrikel von 1348 erwähnt wird; der Baustil deutet aber auf das 13./14. Jahrhundert hin. So wurde es uns auch von Frau Helmis erzählt, die uns die Kirche zeigte und einige interessante Geschichten über das Gebäude zu berichten wußte.
Mit diesen Eindrücken klang unsere Tour aus. Sie hat allen Teilnehmern viel Interessantes geboten auf der Reise, die in die Bronzezeit, das Mittelalter, die Industriegeschichte des frühen 20. Jahrhunderts und die heutige, mit ihren Folgen weit in die Zukunft wirkende Braunkohlegewinnung führte.

Die nächste (und letzte) Veranstaltung der Heimatstube in diesem Jahr wird in Groß Kölzig durchgeführt. Am 16. Oktober ab 09.30 Uhr wird uns Claudia Melisch über die nachweisbar älteste Besiedlung des Groß Kölziger Territoriums informieren. Dazu geht es zu Fuß zu einem bronzezeitlichen Gräberfeld in der Nähe der Hayasche; darüber hinaus gibt es in der Heimatstube ebenfalls bronzezeitliche Funde aus unserer Ortslage zu bewundern. Schon jetzt lädt das Team der Heimatstube alle Interessierten zu dieser sicher interessanten Veranstaltung ein.


AG Heimatstube

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