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Die unter Denkmalschutz stehende ehrwürdige St.
Marienkirche ist das bei weitem älteste Gebäude in Groß Kölzig.
Sie ist sicher Jahrzehnte vor ihrer Ersterwähnung in der Meißener
Bistumsmatrikel ( 1495/1346 ), vermutlich vor mehr als 660 Jahren
erbaut worden. Der im Vergleich zu heute kleinere und bescheidenere
mittelalterliche Feldsteinbau hatte, wie alle umliegenden
Dorfkirchen, keinen Turm. Die Glocken wurden bis zum Ende des 17.
Jahrhunderts in einem etwas abseits stehenden hölzernen Glockenhaus
geläutet.
1690 wurde am Westgiebel der Kirche auf meterdickem Feldsteinunterbau ein Fachwerkturm errichtet. Seine Felder wurden
zunächst nur mit Zweiggeflecht und erst später mit Fachwerk ausgefüllt.
1879 wurde der Fachwerkaufbau des Turmes abgetragen und durch den massiven, unverputzten Backsteinbau, wie wir ihn gegenwärtig
kennen, ersetzt. Mit seinem aufragenden Pyramidenhelmdach, den vier
Ecktürmchen und seinen über 5 Meter hohen Glockenjalousiefenstern
ist dieser 26 Meter hohe Kirchturm eine Zierde des Groß Kölziger
Gotteshauses und ein Wahrzeichen des Ortes. |
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Altar |
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In ihrem Inneren bewahrt die in schlichter Schönheit
gestaltete Groß Kölziger Sankt Marienkirche kulturgeschichtlich
Wertvolles. Dazu zählt vor allem der im 17. Jahrhundert aus Holz
errichtete Altaraufbau (Epitaph). 1785 überarbeitet, erhielt er
sein heutiges Aussehen. Mit seinen Säulen, den ausgesägten und
bemalten Muschelwerkwangen, die den Mittelteil umrahmen, den
beachtenswerten Tafelbildern, dem als Bekrönung eingebauten Flügelaltar
und dem aufgesetzten gebrochenen Giebel mit Strahlensonne ist er ein
wahres Schmuckstück.
Den Sockel des Epitaphs, die Predella, schmückt ein Werk der
barocken Bauernmalerei auf Holz, ein um 1720 entstandenes
Abendmahlsgemälde.
Im Mittelteil des Altars zeigt das auf Leinen
gemalte Auferstehungsbild den auferstandenen Christus mit den erschrockenen römischen Grabwächtern. |
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Flügelaltar |
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Der den Altaraufbau krönende Flügelaltar ist ein
Kunstwerk von besonderem Wert, eine Kostbarkeit. Er ist etwa 1530
als Nachbildung eines großen Schreinaltars geschaffen worden und
soll (nach der Überlieferung) aus der einstigen Wallfahrtskapelle
"Mutter Gottes in der Heide" auf dem Marienberg stammen.
In der Mitte zeigt dieser in leuchtenden Farben ausgemalte
Altarschrein unter Rankengesprenge in plastischer Holzschnitzarbeit
die heilige Familie um das auf einer Dockensäule stehende Jesuskind
versammelt. Die Innenseiten der beiden Flügel beinhalten eine
gemalte Fortsetzung dieser Darstellung, die äußeren sind leer. |
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Kanzel |
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Zu den beachtenswerten Einbauten der Kirche gehört
auch die Kanzel. Sie besteht aus einem ständergetragenen Korb mit
Deckel. Die Bilder in den Feldern des mit Schnitzereien und
Ornamenten verzierten Korbes zeigen Christus, Moses und die vier
Evangelisten. Es sind Kunstwerke der barocken Bauernmalerei,
entstanden um 1720.
In den getünchten Innenwänden befinden sich auf
der Nordseite drei und auf der Südseite zwei rundbogige Wanddurchbrüche
zu den Herrschaftslogen mit gleichartigen hölzernen Einbauten aus
Brüstung, Fensterband und ausgesägtem Bandelwerk des 18.
Jahrhunderts. Ihre letzte Ausmalung erfolgte unter Verwendung von
Motiven der alten Deckenmalerei während der Renovierung im Jahre
1934. |
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Glocke |
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Der Kirchturm des Groß Kölziger Gotteshauses ist
mit einer Bronzeglocke von erheblichem kulturhistorischen Wert
ausgestattet. Mit ihrem reichen Ornamentschmuck und ihrer Inschrift
in lateinischer und deutscher Sprache, die über Anlaß und
Zeitpunkt ihrer Entstehung und über ihren Erzeuger Auskunft gibt,
ist sie ein wahres Prachtstück.
Georg Billich, einer der namhaftesten Glockengießer seiner Zeit,
hat diese 8,5 Zentner schwere Glocke am 17.Juli 1679 im Kölziger
Pfarrgarten gegossen. Ihr kulturhistorischer Wert bewarte sie
während des ersten und zweiten Weltkrieges vor Ablieferung und
Zerstörung. |
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Verantwortlich für den Inhalt dieser
Seite: Wolfgang Grätz. |
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